Wandern auf Teneriffa

Vorfeld

Der Wunsch, Teneriffa noch einmal zu besuchen, begann mit dem Abflug beim ersten Besuch, acht Jahre zuvor. Warum ein zweites Mal Teneriffa? Weil ich so begeistert vom ersten Mal war. Die Vielfalt auf engstem Raum: entlegene, schroffe Gebirge; Bergwälder, Mondlandschaften, versteckte Strände, kleine Dörfer in abgelegenen Tälern und das alles bei konstant gutem Wetter. Und vor allem das Gefühl, noch lange nicht alles gesehen zu haben. Ich fand drei liebe Freunde, die genauso Lust hatten, sich Zeit genommen und Geld gespart haben, um mit zu kommen.

Wir entschieden uns für die Variante feste Unterkunft in Kombination mit einem Mietwagen. Diese Flexibilität war uns wichtig, um so viel wie möglich sehen und erleben zu können. Als Ort für unsere Basis fiel die Wahl auf Taganana im Anaga-Gebirge. Die Unterkunft war günstig und liegt mitten in einem Wandergebiet, sodass einige Wanderungen vor der Haustür beginnen konnten. Zudem hatte ich das Anaga als besonders schön in Erinnerung, auch weil es verhältnismäßig abgeschieden liegt und von den Touristenströmen des Südens der Insel, dort nichts zu spüren ist. Die laaange und kurvenreiche Anfahrt nach und von Taganana in andere Teile der Insel bzw. selbst in die Nachbartäler, ist gewöhnungsbedürftig, dabei aber immer spektakulär.
Die andere Entscheidung die wir im Vorfeld trafen war, dass wir den Teide als höchsten Berg Spaniens besteigen wollten. Auf Empfehlung und Überlegung hin entschieden wir uns dabei für die Variante in zwei Etappen, also mit Übernachtung auf der Berghütte >>>Altavista. Damit einher ging die Entscheidung an welchem Tag wir dies tun wollten, da die Hütte vorher gebucht werden muss. Und so wusste immerhin einer aus unserer Gruppe, wo er seinen nächsten Geburtstag feiern würde.

Tag 1 und 2 Ankunft und Wanderung Benijo – Faro de Anaga – Chamorga – Benijo

Nach einem tollen Anflug auf Teneriffa, bei dem wir die Insel vom Anaga kommend einmal auf der Nordseite beginnend umrundeten und dabei einen beeindruckenden Blick auf den schneebedeckten Teide hatten, sollte der Urlaub natürlich mit baden beginnen.

Anflugteide

Blick aus NW auf den Teneriffa und Teide

Ein kleiner Strand bei El Medano, damit ganz in der Nähe und mir noch vom letzten Mal in Erinnerung, war dafür auserwählt.

Schöner Strand bei El Medano

Schöner Strand bei El Medano

Er war auch schnell gefunden und doch war die Situation nicht so verführerisch wie gedacht. Keine Sonne, heiß war es auch nicht und die Verabredung an der Unterkunft wartete. Zudem standen die Osterfeiertage und so blieb es bei der Strandbeschau aus der Ferne und dem vorfeiertaglichen Shoppingerlebnis in San Isidro (dem Geburtsort von Pedro (Barca)).

Der Wohlstand

Der Wohlstand

Die Einfahrt/Abfahrt nach Taganana erlebten wir im Sonnenuntergang und die Vorstellung, da jeden Tag runter und wieder rauf fahren zu müssen, war eher gruselig. Die Frage, ob es im Dunkeln oder Hellen besser ist, konnten wir bis zum Ende nicht eindeutig klären. Wir fanden die Unterkunft (Danke Anna, Danke GoogleMaps) und nach einem sehr kurzen „Gespräch“ (wir kein spanisch, sie kein deutsch/englisch) hatten wir das Haus für uns. Jetzt war die Gelegenheit zu probieren, ob wir das Copa del Rey Finale auf dem Fernseher schauen konnten. Wir konnten. Es waren die letzten 30 Minuten, in denen erst der Ausgleich durch Bartra und dann das Wahnsinnstor von Bale wenige Minuten vor Schluß fiel. Jubelschreie in der Nachbarschaft inklusive. Es lag also kein Glück auf dem Fernseher:-) und so blieb es sein letzter Einsatz. Parallel dazu gab es ein Willkommensgetränk und kochen am Gasherd, bevor wir danach beim lautesten Froschquaken einschliefen, um uns am kommenden Morgen von der Aussicht überraschen zu lassen.

Und die Aussicht ist wunderschön.

Blick von der Terrasse nach Norden

Blick von der Terrasse nach Norden

Und ruhig ist es. Das Frühstück auf der Terrasse wird ausgekostet und der Plan für den Tag geschmiedet. Wir suchen uns die passende Route aus unserem Wanderführersammelsurium heraus und entscheiden uns für eine Runde zum Faro de Anaga. Doch zuvor schauen wir uns etwas Taganana selbst an. Wir wohnen quasi im Zentrum und finden am kleinen Platz vor der Kirche einen kleinen Lebensmittelladen, der das Nötigste hat. Zwei Kneipen vervollständigen das Angebot im Minizentrum. Im Ort selbst, an der Straße Richtung Meer, gibt es noch zwei (Fisch)Restaurants, mehr Geschäfte sind uns nicht aufgefallen. Den Spaziergang, grob in Richtung Afur, brechen wir nach einer halben, dreiviertel Stunde ab, damit es für die nachmittägliche Tour nicht zu spät wird.

Blickrichtung Afur

Blickrichtung Afur

Wir fahren mit dem Auto bis nach Benijo, dort endet die asphaltierte Straße. Wir passieren in den Buchten auf dem Weg dahin die nächsten Strände, wobei der Längste, der in Benijo ist. Da das Osterwochenende beginnt, sind in der Bucht von Almaciga bereits Wohnmobile und kleine Zelte aufgebaut. Am Abend, auf dem Rückweg von unserer Wanderung erleben wir die wirklich schöne, entspannte, beinah hippieeske Atmosphäre, die dort beim Grillen aufkommt.

Der Weg von Benijo bis nach El Draguillo verläuft zunächst auf einer Staubpiste gut 150m oberhalb der Küste. Uns kommen auf der teils engen und steilen Straße einige Auto entgegen. Von El Draguillo über Las Palmas führt der schöne Weg, immer in einiger Höhe, entlang der Küste.

Blick von El Draguillo in Richtung Benijo

Blick von El Draguillo in Richtung Benijo

Immer am Hang entlang

Immer am Hang entlang

Die tief eingeschnittenen Täler werden dabei durchwandert und nicht oberhalb umgangen. Auf Höhe des Roque de Dentro nähert sich der Weg der Meereshöhe etwas an, so dass die Idee „kurz“ abzusteigen und zu schauen ob wir rüber laufen können aufblitzt.

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Roque de Dentro

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und für uns nur schwer abzuschätzenden Anstrengung/Entfernung, bleibt es beim Blitzen. Kurz nach dem der Leuchtturm (Faro) auftaucht, haben wir ihn schon erreicht.

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Faro de Anaga

Von dort gehen wir recht steil nach Bermejo hinab. In der schönen Bucht kommt es endlich zu unserer Badepremiere.

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Playa Bermejo

Der Strand und kleine Ort kann nur per Boot oder zu Fuß erreicht werden. Bevor wir nach Chamorgah, dem nächstgelegenen Ort, aufsteigen, kaufen wir noch eine kalte Cola. Uns kommen auf dem Weg einige schwer beladene WanderInnen entgegen. Teilweise sehr vollgepackt, um auf das lange Osterwochenende dort am Strand, gut vorbereitet zu sein. Der Weg nach Chamorgah durch das grüne Tal ist wunderschön.

chamorga

Der Weg hinauf nach Chamorga

Begegnete uns auf dem Abschnitt bis zum Leuchtturm nur eine Wandergruppe, so treffen und überholen wir auf diesem Abschnitt einige mehr, da es einen Rundweg ab  Chamorga gibt. Dort gibt es eine kleine Bar, die recht gut besucht ist und für uns eine Flasche Saft abwirft. Nun steht der letzte Aufstieg zum Kamm an. Dieser führt entlang eines Bächleins durch dichten Lorbeerwald, der uns heute zum ersten Mal begegnet, nach oben.

lorbeerwald

Durch den Lorbeerwald

Als wir den Kamm erreichen, nehmen wir noch den kurzen Aufstieg zum Mirador Cabezo del Tejo mit. Und nachdem wir den ganzen Tag Sonnenschein hatten, sehen wir nun wie die Passatwolken langsam herüberschwappen.

Nebel am Anagakamm

Wolken am Anagakamm

Der folgende Abstieg nach Benijo führt zu Beginn noch durch buschige Wälder mit viel Vogelgezwitscher, bevor es dann lang und wunderschön im Sonnenuntergang auf dem unbewachsenen und kaum mehr markierten Kammweg hinunter geht. Viel später hätten wir nicht losgehen dürfen, doch wir haben genau die richtige Zeit erwischt und laufen im schönsten Licht.

sonnenuntergang

Weg in den Sonneuntergang

sonnenunterganglapalma

Die Sonne versinkt hinter La Palma

Ingesamt war es ein super Tag, der alles hatte was wir uns wünschen konnten, inklusive leckerer Offenkartoffeln zum Abschluss.

Tag 3 Erjos – Monte del Agua – Erjos und Montana de Chio

Heute richtete sich unser Plan danach, dass wir unsere beiden Nachzügler um Mitternacht am Flughafen abholen mussten. So entstand der Plan nach einer Wanderung im Teno, im besten Falle noch einer in den Canadas uns langsam Richtung  Flughafen vorzuarbeiten. Schon die Straße entlang des Anaga-Hauptkammes ist ein (sehr kurviges) Spektakel für sich.

Blick vom Anagahauptkamm nach Süden in Richtung San Andres

Blick vom Anagahauptkamm nach Süden in Richtung San Andres

Wieder herrscht strahlender Sonnenschein und so machen wir einige Foto-Stopps. Bis nach La Laguna brauchen wir eine Stunde – gut, sind ja auch fast 30 Kilometer. Auf der Inselautobahn gen Westen fahren wir nochmal eine Stunde bis zu einem längeren Stopp samt Eis, oberhalb von Garachico.

Blick auf Garachico

Blick auf Garachico

Hier sehen wir auch schon die Wolken über dem Teno durch die wir nun nach Erjos fahren. Von dort aus wollen wir zum größten Lorbeerwald wandern, dem Monte del Agua. Zunächst laufen wir frohen Mutes über die Ebene von Erjos Richtung Nebelwald und haben in unserem Rücken einen fantastischen Blick auf den Teide, der immer wieder, ja wirklich: immer wieder! einen tollen Anblick bietet, egal wann und wo wir ihn auch nur erahnen können.

Erjos

Im Vordergrund Erjos, im Hintergrund..

Mit betreten des Nebelwaldes erfüllt sich recht schnell der namensgebende Eindruck. Nebel, also Wolken ziehen auf. Was uns nach den ersten hundert Metern noch wenig „stört“. Viel schneller fragen wir uns ob der Weg wohl noch lange auf dem Forstweg bleibt und ab wann der spaßige Teil beginnt.

nebelwald in der sonne

Forstweg bei Sonne

Er beginnt aber nicht. Nur der kurze Abstieg durch den Monte del Agua erfüllt unsere Erwartungen = Pfadwanderung.

Ein Pfad

Ein Pfad

Einmal reißt kurz die Wolkendecke auf, was wir gleich für eine Pause und Fotos gen Teide ausnutzen.

yeah

yeah

Danach beschließen wir die Tour auf dem selben Weg zurück (ein kleiner Kreis war es durch die Runde um den Monte del Agua) zu gehen, da die von uns angedachte größere Runde weiterhin auf den Forstweg verlaufen wäre um dann auf einen anderen Forstweg zu wechseln. Da im Nebel wirklich keine Aussicht nach irgendwo gegeben war, haben wir darauf verzichtet. Dafür hat der Wald im Nebel eine schöne, etwas unheimliche Stimmung.

dernebelkommt

Aussicht auf den Forstweg

Parallel haben wir den Plan geschmiedet einfach in die Canadas und damit über die Wolken zu fahren. In Erjos selbst ist der Nebel besonders eindrucksvoll.

Im Vordergrund Erjos, diesmal ohne Teide und ohne Erjos, dafür Nebel/Wolken

Im Vordergrund Erjos, diesmal ohne Teide und ohne Erjos, dafür Nebel/Wolken

Konnten wir auf dem Hinweg noch den Teide sehen, waren es nun noch 25 Meter weit in alle Richtungen. Warum diese Wanderung im Reiseführer mit anspruchsvoll beschrieben ist, bleibt uns schleierhaft. Das Laufen auf Forstwegen verstehen wir nicht darunter. Unter diesem Gesichtspunkt wäre die Gala-Tour, welche ebenfalls in Erjos startet, mir jedoch schon bekannt war, auf jeden Fall vorzuziehen. Bei dieser läuft man ebenfalls, im Vergleich wahrscheinlich nur kurz, durch Lorbeerwald und hat eine viel schönere Szenerie. Inwiefern die bei dem Wolkenstand gegeben gewesen wäre ist fraglich, doch auf der Monte del Agua Tour hat man auch bei bester Sicht nur vereinzelte Blicke aus dem Wald heraus.

Nach kurzem überlegen entschieden wir uns für die Wanderung am Mirador de Chio. Wir stoppen auf der beeindruckenden und einsamen Anfahrt über Santiago del Teide hinauf in die Canadas, am Einstieg zur Chinyero-Tour.

Chinyero Parkplatz

Chinyero Parkplatz

Diese kannte ich noch nicht und so langsam ahnte ich, dass ich die Wanderung am Mirador de Chio schon kennen würde. Halb so schlimm – nur verrückt das ich diese Wanderung, zumindest nicht unter diesem Namen, vermutet hatte. Tatsächlich waren keine Wolken mehr in den Canadas, eigentlich schon mit verlassen des Tenos, nur war es bereits 19 Uhr und vielmehr als 90 Minuten Tageslicht blieben uns so nicht mehr. Frohen Mutes es in unserem Stechschritt schaffen zu können, zogen wir los. Wir waren die Einzigen auf dem Parkplatz und so war es sehr ruhig. Der Blick auf La Gomera, El Hierro und La Palma von denen jeweils nur der höchste Punkt aus dem Wolkenmeer ragte, begleitete uns.

lapalma

La Palma im Nebelmeer

gomera und hierro im nebelmeer

Vorne La Gomera und dahinter El Hierro im Nebelmeer

Die einzigartige Landschaft in den Canadas mit ihren verschiedenen Lavaformen beschäftigte uns so sehr, dass wir zunächst den Abzweig zu unserer Rundwanderung übersahen und einfach dem gut ausgeschilderten Weg, der in einiger Entfernung in etwa parallel zur Straße Richtung Parador führt, folgten. Als wir dies bemerkten und umkehrten war klar, dass wir einfach noch schneller laufen würden müssen. Jetzt fanden wir den Abzweig und machten uns an den Aufstieg Richtung Montana de Chio.

Blick über die Montana Chio gen Teide

Blick über die Montana Chio gen Teide

Bis hierhin hatte ich schon einiges wiedererkannt, und ich erinnerte mich auch daran, dass wir uns damals auch etwas verlaufen hatten:-) Der Weg dort oben wird recht schnell weglos und Markierungen sind rar. Fußspuren von Vorgängern verlieren sich in den losen Lavasteinen. So geht es nur nach Ausschlussverfahren, denn einige Richtungen sind durch kaum begehbare Lavafelder versperrt. Letztlich beschließen umzukehren, da wir den Weg nicht im komplett Dunkeln gehen können bzw. überhaupt finden. Dabei herrschen gerade sehr gute Wanderbedingungen: leichter Wind, die Sonne schon untergegangen und es ist nicht kalt. Bloß sehen tun wir eben nichts bzw. nicht das Richtige. Um kurz nach 21 Uhr kommen wir am Auto in völliger Dunkelheit an. Wir haben immer noch viel Zeit bis wir am Flughafen sein müssen und so beschließen wir, es noch einmal am Strand von El Medano zu versuchen. Vor uns liegt allerdings noch die lange Abfahrt über Villaflor. Dabei durchqueren wir die komplette Wolkendecke die sich über gut 500 Höhenmeter zieht. Das heißt wir sehen nichts. Die vielen Kurven bekommen wir trotzdem mit. Ein echtes Erlebnis, für die ca. 10 Wolken-Kilometer brauchen wir gut eine halbes Stunde. Zeit haben wir. Die kriegen wir schließlich in El Medano auch irgenwie rum und das Abholen klappt trotz Flugverspätung. Als wir schließlich gegen halb drei dem Anaga-Pass entgegen streben wird die Ruhe dort, besonders eindrücklich. Nach einer Inselumrundung per Auto und zwei Wanderversuchen am heutigen Tag, fallen wir alle in unsere Betten.

Tag 4 Taganana Runde

Heute sind wir erstmals komplett und zunächst zeigt sich das Anaga bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Nach einem ausgiebigen Terrassenfrühstück soll heute der Tag sein an dem wir vor der Haustür loswandern. Die Taganana-Hausrunde führt zunächst hinauf zum Pass, um dann auf der anderen Talseite hinab gen Bajamar  zu führen. Die Sonne begleitet uns durch die vielen größtenteils noch bewirtschafteten Terrassen, bis wir den Wald erreichen.

Terrassen oberhalb von Taganana

Terrassen oberhalb von Taganana

Im Wald selbst führt der Weg in vielen Kehren auf dem alten Wirtschaftspfad hinauf zum Kamm.

Wanderweg

Wanderweg

Aussicht ist erst wieder dort oben zu erhaschen. Der Weg entlang des Kammes ist toll und abwechslungsreich.

Mal so

Mal so

weg

und mal so

So geht es durch Wald, Ackerflächen, steil und eben, im ständigen Wechsel.

wege

mittendurch

terrassen

überall Terrassen

Ein paar mal wird die Kammstraße gequert und schließlich erfolgt der recht steile Abstieg.

Abstieg

Abstieg

Viele tolle Aussichtspunkte über das mittlerweile zugezogene Tal von Taganana liegen auf dem Weg. Von einem dieser Punkte geht es nun noch einmal steiler hinab zu den letzten Häusern am Ende des Tals von Bajamar.

Die letzten Meter auf dem weg zum Strand von las Bodegas

Die letzten Meter auf dem Weg zum Strand von las Bodegas

Von da an geht es beinah eben bis zum steinigen Strand las Bodegas in Bajamar.

das highlight von las Bodegas

das Highlight von las Bodegas

Es sind tolle Wellen und das Steinerollen bei jeder Welle ergibt eine beeindruckende Klangkulisse.

Der steinige, laute Strand vor riesiger Kulisse

Der steinige, laute Strand vor riesiger Kulisse

Entspanntes Baden ist das nicht, dafür ein lustiger Kampf, wie die kleinen Schrammen am Ende beweisen. Bei einem langen kochen und Abendessen werten wir etwas aus und planen den nächsten Tag (Ostersonntag). Einen schönen Abendhimmel gab es auch noch:

Tag 5 Puertito Güimar und Santa Cruz

Fixpunkt ist das Spiel von CD Teneriffa gegen Numancia am Nachmittag bzw. für unsere Nicht-Fußballer, der verdiente Stadtspaziergang durch die Hauptstadt Santa Cruz. Das heißt eine kleine Wanderung bzw. Strandaufenthalt in der „Nähe“ sind bis dahin erste Wahl. Das Wetter ist allerdings etwas abschreckend und so fallen nach und nach die Optionen im Anaga-Gebirge selbst zu wandern ins Wasser. Zunächst ist es nur bewölkt, doch beginnt es bei der Fahrt gen Inselmitte und zunehmenden Höhenmetern, an zu tröpfeln. Am Mirador Jardina, der eigentlich einen tollen Blick über La Laguna hin zum Teide bietet, fühlt es sich schon beinah herbstlich an und während der Einfahrt nach La Laguna beginnt es sogar richtig zu regnen – für 10 Minuten.

Mirador Jardina - Spitzenblick auf..also eigentlich La Laguna und den Teide

Mirador Jardina – Spitzenblick auf..also eigentlich La Laguna und den Teide

Der Plan wird spontan angepasst und so machen wir die (vom Reiseführer) empfohlene Runde am kleinen Vulkan von Güimar. Hier ist es schwülwarm und es regnet nicht. Die Wanderung führt obwohl eingeklemmt zwischen Autobahn und zwei Touri-Orten durch eine eindrucksvolle, nur selten vorzufindende Landschaft.

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Der Weg ist klar vorgegeben, um das Ökosystem drumherum zu schützen

Beinah durchgehend auf Meeresniveau, laufen wir durch ein Lavafeld in dem auf den ersten Blick kaum etwas wächst oder lebt.

Lavawüste

Lavawüste

Desto länger die Runde geht (insgesamt ca. 2,5 entspannte Stunden), desto deutlicher werden die verschiedenen Zonen in denen verschiedene Fauna+Flora auftritt.

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der kleine Vulkan im Hintergrund

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Neben Schwarz und Rot gibt es auch Grün zu sehen

Den Vulkan selbst besteigen wir nicht, weil verboten aus Naturschutzgründen, auch wenn ein Reiseführer (und einige WanderInnen vor Ort) meinen, dass es toleriert wird. Dieser Spaziergang hatte eine eigene Atmosphäre, die durch die drückende Wärme und das Wandern um eine Naturschutzinsel inmitten der touristischen Infrastruktur, entstand. Danach baden wir in Puertito de Güimar am schwarzen Sandstrand.

Der Strand

Der Strand von Puertito Güimar

Nicht die kleinste Welle weit und breit. Alles chillt und in nicht allzu weiter Ferne die Autobahn.

Wir fahren nach nach Santa Cruz, finden recht schnell ein Parkhaus, das glücklicherweise recht nah beim Stadion ist. Ich hatte die Stadt  in schlechter Erinnerung. Unübersichtlich, viele Menschen, viele Autos, viel Verkehr; doch heute, am Ostersonntag, ist alles eine Spur entspannter. Als wir aus dem Parkhaus kommen und uns für nach dem Spiel verabreden, hören wir schon die Fangesänge. Das Spiel hat schon begonnen. Die Anstoßzeiten waren im Kicker natürlich nach Deutscher Zeit angegeben:-) Doch für uns sind es nur 10 Minuten Fußweg und wir bekommen unsere Tickets für die Fankurve. Wir sitzen ganz oben und haben einen tollen Blick über die Stadt und aufs Spiel.

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Blick ins Stadion und Inselinnere

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Blick aus dem Stadion gen Teresitas und Anaga

In den ersten Minuten war noch nicht viel passiert, es stand noch 0 zu 0. Es wurde ein richtig tolles Spiel, bei dem Teneriffa nach eigener Führung, dann einem Rückstand, letztlich noch 3 zu 2 gewinnen konnte. Die Euphorie war groß danach, denn Platz 4 war erklommen. Unglaublicherweise verlor Teneriffa danach die nächsten 6 Spiele allesamt mit 1 zu 0! und verpasste so die Aufstiegsqualifikation (in der dann interessanterweise der Inselnachbar Las Palmas(von Gran Canaria) in letzter Minute an Cordoba scheiterte..). Durch den zeitigeren Spielbeginn hatten wir etwas Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt. Zunächst chillten wir etwas im Barranco, der zu einem langen Park umgebaut wird/wurde, bevor wir den vom Reiseführer empfohlenen Stadtbummel antraten.

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Der Barranco samt Park

Dabei machte Santa Cruz einen netten, städtischen sogar etwas verschlafenen Eindruck. Sehr angenehm und anders als in meiner Erinnerung. Für unsere Zwei, die etwas mehr Zeit für die Stadt hatten, war es jedoch sogar zu ruhig. Wir brauchen eine dritte Meinung…Der Abend verlief dann wie üblich, mit kochen und essen. Schön.

Tag 6 Aufstieg vom Parkplatz Montana Blanca nach Altavista

Heute war nicht nur Geburtstag – es stand auch die erste Etappe gen Teide an. Gleich zwei Highlights also. Da wir erst am Nachmittag mit der Wanderung starten wollten, hatten wir heute keine zu große Eile. Wir nutzen die Gelegenheit auf dem Weg in die Canadas einzukaufen (rückblickend vllt. minimal zu knapp, was das Nicht-Süße anging) und in La Esperanza Mittag zu essen. Gerade letzteres war nicht so leicht wie vorgestellt. So fuhren wir kurz nach 13 Uhr hinauf in die Canadas. Auch hier war die Anfahrt wieder spektakulär.

Blick oberhalb von La Esperanza nach Santa Cruz

Blick oberhalb von La Esperanza nach Santa Cruz

Geht es zunächst durch schönen grünen Nadelwald bei Sonnenschein, so setzt mit erreichen der Wolkenschicht wieder dichtester Nebel ein und die Temperatur fällt von über 20 Grad bis auf 6 Grad ab um dann wieder auf knapp 20 Grad anzusteigen. Wir können beobachten wie die Feuchtigkeit der Wolken an den Nadeln kondensiert, also genau den Prozess durch den es der Vegetation dort möglich ist, auch ohne Regen zu leben.

nadel

„Regen“

nebel

Gespenstisch

Nach der Durchfahrt durch d i e Kurve Teneriffas, die auch noch in den Wolken liegt, ist mit Einfahrt in die Canadas (steht für die Kraterlandschaft-bedeutet ursprünglich wohl sogar Weideland) wieder strahlender Sonnenschein.

Die Kurve mit eigenem Aussichtspunkt

Die Kurve mit eigenem Aussichtspunkt

Wir nutzen die Parkplätze für zahlreiche Fotos, bevor wir uns zum Startpunkt der Wanderung am Parkplatz Montana Blanca begeben.

Kraterlandschaft mit Blick auf den Guajara

Kraterlandschaft mit Blick auf den Guajara

Dieser ist vollständig belegt, so dass ich unsere Wandergruppe samt Gepäck rauslasse und das Auto auf dem nächstgelegenen Parkplatz in ca. 1,5 Kilometern abstelle. Was den Vorteil hat, dass es von dort bis zur Seilbahnstation nun kürzer ist. Da zwei von uns den Abstieg so vornehmen wollen, ein kleiner Bonus. Gut angezogen und eingecremt machen wir uns dann an den Aufstieg.

Zunächst noch gemütlich breit

Zunächst noch gemütlich breit

Da wir alle den Effekt der Höhenluft nicht einschätzen können, lassen wir es auf der breiten „Sand/Lava“Piste ruhig angehen. Je nach Windeinfluss ist es mal laut und frisch oder ruhig und warm.

Ei auf dem Weg im Hintergrund das Anaga im Wolkenmeer

Ei auf dem Weg im Hintergrund die Weltraumbeobachtungsstation und das Anaga im Wolkenmeer

Bis zur ersten richtigen Hürde laufen wir ungefähr zwei Stunden. Denn am Ende der Piste und des allmählichen Aufstiegs beginnen nun die vielen, vieln Kehren durch ein steiles Lavafeld. Teilweise wird es mal struppig und ein-zweimal können die Hände nicht schaden, doch schwer ist es deswegen nicht. Anstrengend macht es nur die Dauer, denn auch dieser Abschnitt benötigt beinah zwei Stunden.

das steile Stück im Hintergrund Krater und Kraterrand

das steile Stück im Hintergrund Krater und Kraterrand

Zumindest bei uns-mit Gepäck. Denn wir werden von 2 Läuferinnen zunächst auf dem Weg nach oben überholt und diese kommen uns dann im steilen Stück schon wieder entgegen. Das gibt es also auch. An der Hütte kommen wir beinah „pünktlich“ an. Pünktlich weil um 19 Uhr die Betten zugeteilt werden. Die Hütte ist beinah komplett voll, doch ein Wanderer ohne Reservierung kann sich mit viel Überzeugungskraft schließlich auch noch ein Bett erschwatzen. Wir essen und trinken in der Küche und haben unterschiedlich stark damit zu tun den Aufstieg zu verarbeiten. Da es nach dem tollen Sonnenuntergang samt Teideschatten, schnell kalt draußen wird, sitzen wir wie die meisten Anderen noch drinnen im Vorraum.

Teideschatten Richtung Gran Canaria

Teideschatten Richtung Gran Canaria

Jetzt ist auch endlich der Zeitpunkt mit dem Geburtstagskind anzustoßen. Die Flasche Wein wurde nicht umsonst mit hinauf getragen. Ab um zehn herrscht Nachtruhe und da alle zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein wollen, was einen Start um 5Uhr erfordert, wird diese auch eingehalten.

Tag 7 Altavista – Teide – Pico Viejo – Roques de Garcia und Punta del Hidalgo

Im Vorfeld  hatte ich mir durchaus Gedanken gemacht wie ich mit der Höhenluft klarkommen würde und war somit froh das ich bis hierhin keine Auswikungen spürte. Ich weiß auch nicht ob es daran lag oder an der Mischung aus wenigem, schlechten essen und beinah null Schlaf in der Nacht (Schnarcher..), auf jeden Fall ging es mir am Morgen hundeelend. Der Kopf dröhnte und schlapp fühlte ich mich auch, essen (vor allem die Käse Boquadillos) konnte ich mir nicht vorstellen. Die anderen Drei waren zum Glück (wieder) fit, was mir einige extra Riegel bescherte (Danke). Dazu noch eine Cola und eine Aspirin plus zehn Minuten länger sitzen bleiben, sollten reichen. Damit startete ich beinah als letzter. Es war kalt und dunkel (keine Überraschung an dieser Stelle) und ich versuchte erstmal mein Tempo zu finden. Ich komme gleich zum Happy End, denn mit „jedem“ Schritt ging es besser. Die tolle Luft und Wahnsinnsanblicke waren mit das Beste was ich je erlebt habe. Der klare Blick zurück auf die dunkle Insel bis ins Anaga und Orotava-Tal mit einzelnen Schiffen und beleuchteten Gebäuden im Rücken, und vor einem die anderen Wanderer mit ihren Stirnleuchten und  leisen Trittgeräuschen, die sich wieder in kurzen Kehren, teils über Schneefelder nach oben vor dem Himmel abhoben. Es wirkte auf mich deswegen keineswegs wie eine Massenwanderung (dazu war das Tempo der ca. 40 Wanderer zu unterschiedlich und damit das Feld schnell weit auseinandergerissen) sondern schwer zu fassen. Letztlich einmalig, wunderschön. Es dauert auch recht lang bis man den Teide dann tatsächlich über einem sieht. Der Weg an sich ist toll und die Schneefelder bis auf eines alle gut zu begehen. Allerdings verlor ich und die Wanderer vor und hinter mir an einem solchen Schneefeld, den Weg. Auf einmal ist auch kein Wanderer vor uns, keine Stirnlampe in der Ferne, mehr zu sehen. Die Seilbahnstation liegt irgendwo links, der Gipfel irgendwo oben und ein Weg ist im dunklen Lavafeld nicht auszumachen. Während sich die Anderen (andere Hüttenübernachter) unschlüssig anschauen und beraten, schlage ich vor es nach Orientierung zu machen, heißt in diesem Fall querfeldein. Damit stoße ich nicht auf Begeisterung und so gehe ich allein los. Es wird nur ein kurzes zehnminütiges Abenteuer, dann sehe ich wieder ein paar Stirnlampen und bin sogar schon auf den Stufen Richtung Gipfel. Abkürzung würd ich sagen:-) Diese letzten Meter von der Seilbahnstation bis zum Gipfel sind gut ausgebaut. In gut zehn Minuten bin ich oben, dabei überhole ich noch eine Gruppe, die mir am Abend in der Hütte aufgefallen war, weil sie mit zwei Jungs im Alter von neun, zehn Jahren unterwegs sind und feuere sie noch etwas an. Starke Leistung. Natürlich nicht als erster und trotzdem finde ich noch einen halbwegs windgeschützten Platz um die Minuten bis zum Sonnenaufgang abzuwarten.

Warten auf den Sonnenaufgang

Warten auf den Sonnenaufgang

Dann ist er da und so schön, wenn nicht noch schöner als gedacht.

da

Da ist er

Wieder werden viele Fotos in alle Richtungen gemacht, gerade noch rechtzeitig bevor nach einer Viertelstunde schon Wolken vor die Sonne ziehen.

Der Pyramidenschatten des Teide

Der Pyramidenschatten des Teide

Für uns das Signal zunächst zur Seilbahnstation abzusteigen.

Der Schneebeweiß an der Seilbahnstation

Der Schneebeweiß an der Seilbahnstation

Dort müssen unsere beiden Fahrer noch eine Stunde warten (drinnen) und wir straten unseren Abstieg über den Pico Viejo, also über die andere Seite des Teide. Der Weg ist gesperrt – wegen Schnee. Da wir aber über genügend Schneefelder im Aufstieg gelaufen sind, beschließen wir uns die Lage selbst anzuschauen. Tatsächlich war es wirklich nur ein Schneefeld, das sehr machbar zu queren war. Wir waren beinah die Einzigen die diesen Abstieg wählten. Der Weg ist viel undeutlicher und führt über größere Lavasteine recht steil hinab. Die Markierung ist allerdings gut und die Orientierung leicht (unten).

Blick zum Pico Viejo im Himtergrund La Gomera und sogar Hierro, rechts das Teno und La Palma

Blick zum Pico Viejo im Himtergrund La Gomera und sogar Hierro, rechts das Teno und La Palma

Als wir die kleine Ebene vor dem Pico Viejo erreichen sind wir auch aus dem Schatten des Teide heraus und so genießen wir die Sonne am Kraterrand.

Abstieg vom Pico Viejo - Blick zurück

Abstieg vom Pico Viejo – Blick zurück

Es ist schön fast völlig allein in dieser unwirklichen Landschaft zu sein. Der Abstieg vom Pico Viejo führt in lang gezogenen Kehren meist zwischen Lavafeldern entlang die nur an einigen Stellen passiert werden müssen. Mittlerweile tragen wir schon wieder kurze Hose und T-Shirt und nicht mehr die drei Lagen vom Morgen. Wir laufen dann lange Zeit auf den Guajara zu, den höchsten Gipfel des Kraterrandes und die Lust wächst, diesen auch zu erwandern. Dann rücken die Roques de Garcia ins Blickfeld und der Anmarsch dauert länger als gedacht.

Die Roques im Vordergrund vor dem Guajara

Die Roques im Vordergrund vor dem Guajara

Die Roques sind für mich eine weitere positive Überraschung, denn nicht nur der direkt am Parkplatz gelegene Blickfang „Cinchado“ sondern auch die Anderen sind tatsächlich wie Skulpturen in einem Freilichtmuseum fantastisch anzuschauen.

kröte

El Kröto

Auf dem Rundweg begegnen wir dem ersten richtigen Touristenstrom seit dem wir auf der Insel sind. Viele Deutsche und Russen spazieren herum, zumindest die ersten drei- vierhundert Meter ab dem Aussichtspunkt. Die Parkplätze sind voll und ständig strömen neue Menschen zu den >>>Fotopunkten. Zu Recht, denn es ist beeindruckend. Nicht nur die Roques samt tollen Hintergrundmotiv Teide, sondern auch die tiefe Ebene daneben bieten sich dafür an. Wir werden hier netterweise empfangen und abgeholt und haben als nächstes  Ziel einen Badestrand.

Die Entscheidung fällt auf die Region um Punta del Hidalgo. Bei der Abfahrt aus den Canadas entscheiden wir uns diesmal für das Orotavatal und erleben ähnliches wie auf der Hinfahrt. Bedeutet: eine lange Strecke im Wolkenband, die so gar nicht mit dem Sonnenschein oben zusammen passen will. Hoffnung macht, dass der Küstenstreifen in der Sonne liegt (die Zone dazwischen ist bewölkt). In Punta del Hidalgo selbst finden wir nach einem kurzen Einkauf eine schöne Badestelle. Die Flut setzt langsam ein und es herrscht großer Wellengang. Ein Schauspiel was sich bis in unsere geschützte Stelle fortsetzt.

schöne Badestelle

schöne Badestelle

punta

mit toller Kulisse

Es sind entspannte Stunden bei bestem Wetter. Ich besuche noch den dortigen, ziemlich besonderen Leuchtturm und mein Lieblingshotel wird ausgiebig fotografiert.

Leuchtturm von Punta del Hidalgo

Leuchtturm von Punta del Hidalgo

OCEANO Hotel

OCEANO Hotel

Die Rückfahrt abseits der Küstenautobahn zeigt im Abendlicht wieder eine andere Seite von Teneriffa. Eine grüne,hügelige, ländliche.

grün und hügelig

grün und hügelig

mirador

Der Blick vom Mirador de Jardin – bei schönstem Licht und Sicht

Wir nutzen die Gelegenheit in der letzten Sonnenstunde, den mittlerweile leeren Mirador Cruz del Carmen ganz für uns zu haben und schaffen es schließlich noch ein paar schöne Fotos an „unserem“ Strand zu machen.

Cruz del Carmen

Cruz del Carmen

Am Strand bei Nacht

Seepferd oder Drachen am dunklen Strand

Tag 8 Strand und Roque de Taborno

Am Strand von Benijo verbringen wir den nächsten Vormittag und Mittag. Dieser ist nicht so steinig wie der in las Bodegas, doch lockeres Planschen ist auch hier kaum möglich. Es ist vielmehr ein spielen mit den Wellen, vor der grandiosen Steilküste.

so starke Wellen, mindestens

Playa Benijo: so starke Wellen, mindestens

Nach dem Mittagessen haben wir uns zwei kleinere Wanderungen in den Nachbartälern vorgenommen. Beginnen wollen wir mit dem Rundwanderung um den Roque de Taborno, die mir noch als sehr schön und nicht zu lang in Erinnerung ist.

Blick von Benijo Richtung Taborno

Blick von Benijo Richtung Taborno

Auch dieses mal ist die Anfahrt schon ein Spektakel für sich. Luftlinie sind es nur 7 bis 8 Kilometer von Taganana, auf der Straße werden es dann gute 20 Kilometer, für die wir beinahe eine Stunde brauchen:-). Die Wanderung selbst beginnt am Ende (der Welt) des Dorfes und recht schnell sind wir auf die freundliche Hilfe eines Dorfbewohners angewiesen um den Einstieg zum Weg, dort zu finden. Ein unscheinbarer Ziegentrampelpfad, danach haben wir die Wahl ob wir den Taborno im Uhrzeigersinn oder gegen diesen umrunden wollen und entscheiden uns für ersteres.

Start der Wanderung

Start der Wanderung

Blick Richtung Taganana und gleichzeitig Imitation eines Foto vom letzten Mal

Blick Richtung Taganana und gleichzeitig Imitation eines Foto vom letzten Mal

Der Weg führt bis ca. zu einem Viertel der Umrundung deutlich entlang des Bergrumpfes. Dann verliert sich jegliche Spur und der deutlichste, als solcher erkennbare, Weg führt nach unten. Die Orientierung ist an sich einfach (nicht nach unten) nur können wir keinen Weg ausmachen. Bei unserem herumirren beobachtet uns ein Schäfer, der zunächst einfach nach oben zeigt. Bloß, da ist kein Weg. Da wir nicht richtig reagieren ruft er noch zusätzlich „Arriba“, also wirklich nach oben. OK. Das heißt jetzt mit den Händen klettern. Das erste Mal in diesem Urlaub und ohne dass der Wanderführer dies für nennenswert erachtet. Wir sehen nun hier und da, die grünen Wegmarkierungen die uns versichern, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das macht Spaß und ich erinnere mich, dass wir uns damals auch recht schwer mit der Wegfindung getan hatten. Details sind jedoch verblasst. Nach dieser schwierig zu findenden Stelle (und ohne den Hirten für uns sogar gar nicht zu finden..)  sind wir an der nördlichen Kante angelangt und genießen die Aussicht in die Nachbartäler von Las Carboneras und Afur.

Halbzeit

Halbzeit

Der Roque Negro ist wunderbar zu sehen und der versteckte und einsame Strand von Tamadiste zu erahnen.

Roque Negro

Roque Negro

An unserem Pausenpunkt, der gleichzeitig Halbzeit der Wanderung ist begegnen uns auch die einzigen beiden anderen Wanderer des Tages. Diese haben die Umrundung andersherum begonnen und wir drücken ihnen die Daumen, dass sie den Weg finden. Sie haben ein GPS-Gerät und sehen auch so recht professionell aus. Unser Rückweg wird für uns jedoch keineswegs leichter. Erst nach vielen Versuchen finden wir einen „Weg“, der uns ohne Absturzgefahr – dafür recht gestrüppig um den Berg führt.

Unser Rückweg

Unser Rückweg

Die Aussicht auf Las Carboneras und die vielen Terrassen, davon die meisten mittlerweile brach liegend, an den unmöglichsten, schwer zugänglichen Stellen sind ein ständiger Blickfang. Insgesamt wieder eine wunderbare Wanderung, die sogar etwas actionreicher als gedacht wurde. Da es schon langsam dunkel wird, ist eine weitere Wanderung an diesem Tag nicht drin. Was nicht schlimm ist, da es auch so ein runder Tag war.

Tag 9 Teresitas, Paisaje Lunar und El Medano 

Heute ist der letzte Tag für unsere zwei Spätkommer und die Liste der besuchenswerten Orte ist immer noch lang. Als erstes steht der Sahara-Sand-Strand von Teresitas in San Andres auf dem Programm. Es ist etwas windig, einer der wenigen Nachteile von Sand- gegenüber Steinstrand, was die gute Zeit dort nicht schmälert.

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Teresitas mit Mirador im Hintergrund

Dann machen wir uns auf nach Villaflor, wo der Einstieg zur Paisaje Lunar Tour ist. Die Anfahrt ist lang. Länger als gedacht.

der, im Vergleich seltene, Blick auf Gran Canaria

der, im Vergleich seltene, Blick auf Gran Canaria

Auch ohne Nebel sind die vielen Serpentinen hinauf zwar schön, aber zeitraubend. Bei der ersten Pause entscheiden wir, es heute bei der Runde zur Mondlandschaft zu belassen, da wir für die angedachte Runde bis zum Guajara einfach zu spät dran sind.

Nadelwald

Nadelwald

guajara

Der Guajara mal von der anderen Seite

Diese Wanderung hatte ich noch in guter Erinnerung und so konnte ich einige Veränderungen feststellen. Konnte man damals noch direkt zwischen den Säulen entlang laufen und vor allem auch den Abstieg durchs Gelände nehmen, was das tolle an dieser Wanderung war, so bleibt einem nun, nur der Blick von einem Aussichtspunkt auf die Sandsäulen aus mehr als 100m Entfernung.

schwarze

die schwarze Mondlandschaft

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die weiße Mondlandschaft – Paisaje Lunar

Der Rückweg ist zwar ebenso wunderschön, doch läuft man beständig in einem eingefassten Weg, der das Naturerlebnis für mich etwas schmälert. Der Natur-bzw. Denkmalschutz geht sicher vor und hätte ich es nicht anders gekannt, hätte es mich wahrscheinlich nicht einmal gestört, so war ich ein kleines bisschen enttäuscht.

Unsere Markierung

Unsere Markierung

Um den Tag abzurunden wollten wir nun am langen Sandstrand von El Medano baden.

alle packen ein

Am Strand von El Medano packen alle ein

Beim wollen ist es geblieben, da es so windig war, dass wir nur schwer dagegen anlaufen konnten.

windig, stürmisch

windig, stürmisch. Sand in der Luft

Selbst für die Surfer war es zu viel und so spazieren noch etwas auf der Suche nach Souvenirs, Postkarten und Briefmarken durch die Stadt. Der kann ich nach wie vor nichts abgewinnen. Ein reiner Touriort mit keiner Sehenswürdigkeit, keinen Gassen, keinen interessanten Geschäften (für mich) und selbst das Postkarten und erst recht das Briefmarken kaufen, wird zu einer Herausforderung. Mit dem Sonnenuntergang fahren wir ein (vor)letztes Mal den kurvigen Weg zurück nach Taganana.

Tag 10 Flughafen – Masca – Buenavista del Norte – Garachico 

Da wir unsere Abreisenden schon um 6 Uhr am Flughafen abgeben, war der heutige Tag auserkoren, die Masca-Schlucht zu erwandern. So waren wir schon auf dem halben Weg und vor allem würden wir so noch vor dem erwarteten Touristenansturm dort sein. Trotzdem hatten wir noch Zeit, um im Auto etwas Schlaf nach zu holen. Dunkel war es sowieso noch. Wir fanden eine geeignete Stelle kurz vor Santiago de Teide. Als wir schließlich den letzten, noch trennenden Pass mit dem Auto in Angriff nahmen, waren wir was das Kurven fahren anging schon ziemlich erprobt. Dachten wir. Denn die Abfahrt vom Pass nach Masca, war noch einmal eine gehörige Steigerung. Uns kam nur ein Auto entgegen. Zum Glück. Wenn sich dann ab 9-10 Uhr die Busse(!) da herunter und wieder herauf quälen, möchte ich mir die notwendige Rangiererei nicht ausmalen. Reine Nervensache. Da wir… tata die Ersten waren, hatten wir den Parkplatz in Masca ganz für uns.

bald kommt die Sonne

bald kommt die Sonne

Noch lag alles im Schatten und gespannt begannen wir den Abstieg. Als erstes fällt uns der Bach auf, und der damit einhergehende Schilfwuchs, was in Verbindung mit dem Lavagestein einen Oasen, Wüsten ähnlichen Eindruck auf uns macht. Die Schlucht verengt sich recht schnell auf zwischen 10 und 30 Meter Breite, während die Wände über und neben einem 300-400m aufragen.

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Schilf und Bach

Häufig gibt es zwei mögliche Wege, entweder am linken oder rechten Rand der Schlucht, mal etwas höher, mal direkt am Talgrund. Durch das Schilf, viel Geröll und den ständigen Richtungswechseln der Schlucht, wird es teils labyrinthartig. Häufig muss der Bach, mit schönen kleinen Gumpen gequert werden und an einigen Stellen geht es auch nur mit den Händen weiter. Ein wunderbares Wandern.

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Wegwirrwarr

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Hinter der nächsten Kurve

Nach gut zwei Stunden ohne Pause sieht es immer noch genauso aus und vom Meer, ist noch nichts zu sehen, oder zu hören. Hinter jeder neuen Kurve vermuten wir den freudig erwarteten Anblick. Jetzt noch, kurz davor.., eine Pause einzulegen, auf die wir große Lust hatten, kam nicht in Frage. Erst kurz vor Ende weitet sich die Schlucht etwas und durch die steigende Sonne deutete sich das Ende an. Wir waren beim Abstieg nur von einer Wanderin überholt wurden, die es noch eiliger, und Fotos wohl auch nicht mehr, nötig hatte. Das hatte auch einen Grund, sie wollte die erste „Fähre“ zurück nach Los Christianos erwischen. So zumindest unsere Schlussfolgerung, denn als wir das Meer erreichten, legte die Fähre gerade ab und die Ankömmlinge orientierten sich langsam gen Aufstieg. Ein Getränkestand wurde gerade aufgebaut und eine Gruppe Jetskier schaukelte in der Bucht. Direkt vor uns ein grandioser Blick auf La Gomera.

Angekommen

Angekommen

Insgeheim hatten wir auf baden gehofft. Doch es war Flut und wir konnten die Strömung nicht einschätzen. Die Pause war trotzdem toll und brachte die dringend benötigte Stärkung für den Aufstieg. Die Wanderung an sich ist nicht besonders schwer, doch die Länge zehrt an den Kräften. Auch weil uns ohne Anhaltspunkte eine Einordnung fehlte, wie weit es noch ist. Beim Aufstieg war das Licht besser zum fotografieren und vor allem waren nun auch andere WanderInnen in der Schlucht. Das bedeutet an einigen engen Passagen anstellen und (Gegenverkehr) abwarten. Interessant dabei zu beobachten, dass viele in Schlappen und mit kleinen Kindern unterwegs waren. In irgendeiner Form werden sie es wohl geschafft haben;-) Mittlerweile ist es auch richtig, richtig warm in der Schlucht und wir können trotz konstanter Begeisterung über die wunderschöne Schlucht, das Belohnungseis in Masca kaum noch erwarten.

Blick aus der Schlucht hinauf nach Masca

Blick aus der Schlucht hinauf nach Masca

Oben angekommen sind die Parkplätze alle gefüllt und das kleine Dorf ist voller herumstromender Touristen.

Masca in der Mittagshitze

Masca in der Mittagshitze

Nach der angenehmen Verschnaufpause wollen wir weiter zum Punta del Teno, dem westlichsten Punkt Teneriffas und so verlassen wir die Masca-Schlucht über den anderen Pass. Die Strecke ist nur typisch kurvig und nicht so eng wie die gen Süden. Oben angekommen, können wir das Phänomen beobachten, dass wir auch schon bei unserer ersten Teno-Tour erlebt hatten. Wolken und Nebel. Lag der Süden im strahlenden Sonnenschein, so erwartete uns hier pfeifender Wind und Wolken. Wir fuhren weiter über El Palmar nach Buenavista del Norte. Dort sahen wir dann, dass der Tunnel zum Punta del Teno gesperrt ist. Wir haben uns davon überzeugt. Es ging nicht. Neuer Plan. Postkarten schreiben in Buenavista. Dort setzten wir uns auf den Martkplatz und schreiben fleißig.

Wolken über Buenavista

Wolken über Buenavista

Auf dem Rückweg halten wir noch in Garachico, dass wir schon von oben bewundert hatten, schlendern herum und kaufen die letzten Mitbringsel.

Garachico

Garachico

Nun liegt nur noch der letzte Teil der Inselumrundung, diesmal in der anderen Richtung, an. Ab La Laguna kommt sogar wieder die Sonne heraus. Was das Verfahren im Einbahnstraßengewirr zumindest freundlicher gestaltet. Wir finden eine „Abkürzung“ die uns direkt nach La Mercedes bringt und beginnen ab da wieder unser rennen gegen die Sonnenuntergangszeit. Wir wollen noch einmal die Sonne neben La Palma untergehen sehen. Wir schaffen es nicht. Hauptsächlich weil es doch wieder zugezogen war. So chillen wir nur kurz in las Bodegas, wo es menschenleer ist.

bodegas

Las Bodegas

Boote

Feierabend

Ein letzter Abend, mit viel Essen, viel zu viel Essen steht bevor.

Tag 11 Teresitas – Flughafen

Aus großen Plänen wird es am letzten Tag nichts. Das Aufräumen und Essen dauert seine Zeit. So wollen wir nur noch einmal baden, denn dafür ist es heute optimal. Wir nehmen die Aussicht am Mirador San Andres noch mit, bevor wir eine halbe Stunde, am diesmal vollen Teresitas verbringen.

Blick vom Mirador

Tersitas, Santa Cruz, Teide

Und selbstverständlich wird uns jetzt wieder besonders deutlich, dass wir gern noch bleiben würden. Andererseits ist die Fahrt zum Flughafen, dort abhängen und dann zurückfliegen, auch nicht zu verachten. Knappe Entscheidung.

Und nun

Wir haben uns viel bewegt. Mit Auto und ohne. Wir haben viel gesehen, vieles  nur kurz und nur einmal. Was wir nicht gesehen haben, weckt Neugier. Alles weckt die Lust wieder zu kommen, auch wenn es zunächst woanders hingehen wird. Vielen Dank an die lieben Mitreisenden und an die zu Hause. Ohne Euch wäre es nicht das tolle Erlebnis gewesen, das es war.

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